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Heizkosten sparen: 12 Handgriffe, die sofort wirken

Ein Grad weniger spart rund 6 Prozent Heizenergie. Mit diesen 12 Handgriffen senkst du deine Heizkosten, ohne zu frieren und meist ohne Handwerker.

Weißer Heizkörper unter einem Holzfenster
Foto: Julian Hochgesang / Unsplash

Heizkosten sparen gelingt dir schneller, als du denkst: Die meisten Hebel liegen nicht im Keller beim Heizkessel, sondern direkt in deiner Wohnung. Thermostat, Lüftverhalten, freie Heizkörper und dichte Fenster entscheiden darüber, ob die Wärme im Raum bleibt oder ungenutzt verpufft.

Der wichtigste Einzelwert vorab: Jedes Grad weniger Raumtemperatur senkt den Heizenergieverbrauch laut co2online um etwa 6 Prozent. Dazu kommen Gewohnheiten, die nichts kosten, und kleine Anschaffungen für wenige Euro. Hier findest du 12 Handgriffe, die du ohne Handwerker und meist an einem einzigen Wochenende umsetzt.

Wichtig ist die Reihenfolge: Erst stellst du die Temperatur richtig ein, dann sorgst du dafür, dass die Wärme gut im Raum verteilt wird, und zum Schluss stopfst du die Lecks. So siehst du schon auf der nächsten Abrechnung, dass sich das Heizkosten sparen lohnt.

Wie viel bringt Heizkosten sparen wirklich?

Wer Heizkosten sparen will, setzt am besten bei der Raumtemperatur an. Senkst du sie um ein Grad, verbrauchst du rund 6 Prozent weniger Heizenergie. Im Rechenbeispiel von co2online spart ein 130 Quadratmeter großer Haushalt mit Gasheizung so etwa 1.000 Kilowattstunden und rund 120 Euro im Jahr. Wie viel es bei dir genau ist, hängt von Gebäude, Heizsystem und Energiepreis ab.

Die übrigen Handgriffe wirken zusätzlich: Ein gut eingestelltes Thermostat verhindert Überheizen, richtiges Lüften hält die Wände warm, und nachts geschlossene Rollläden bremsen den Wärmeverlust am Fenster. Viele kleine Prozente summieren sich zu einem spürbaren Betrag.

Heizkosten sparen mit der richtigen Raumtemperatur

Nicht jeder Raum braucht 22 Grad. Das Umweltbundesamt empfiehlt in seinen Tipps zu Heizen und Raumtemperatur unterschiedliche Zielwerte je nach Nutzung. Wer diese Werte übernimmt, kann Heizkosten sparen, ohne zu frieren.

Handgriff 1: Zieltemperatur je Raum festlegen

  • Wohnzimmer und Arbeitszimmer: höchstens 20 °C, wenn es sich für dich behaglich anfühlt
  • Küche: etwa 18 °C, denn Herd und Backofen liefern zusätzliche Wärme
  • Schlafzimmer: etwa 17 °C, das fördert zudem einen ruhigen Schlaf
  • Bad: etwas wärmer, laut co2online etwa 21 °C, aber nur während der Nutzung
  • Flur: rund 16 °C reichen, wenn du dich dort nur kurz aufhältst

Ein einfaches Raumthermometer zeigt dir, ob dein Gefühl stimmt. Oft liegen die tatsächlichen Werte höher, als du vermutest, und schon ein Grad weniger macht beim Heizkosten sparen viel aus.

Handgriff 2: Das Thermostat richtig lesen

Die Ziffern am Thermostatkopf stehen nicht für die Heizleistung, sondern für eine Zieltemperatur. Stufe 3 entspricht bei üblichen Ventilen etwa 20 °C, zwischen den Stufen liegen meist rund 4 Grad. Drehst du auf Stufe 5, wird der Heizkörper nicht schneller warm, er heizt nur länger, bis eine viel zu hohe Temperatur erreicht ist.

Das bestätigt auch co2online in seinem Faktencheck zu verbreiteten Heizmythen. Stell das Ventil also gleich auf den gewünschten Wert und lass es dort.

Handgriff 3: Nachts und bei Abwesenheit absenken

Absenken lohnt sich vor allem, wenn Räume mehrere Stunden leer stehen. Ganz ausschalten solltest du die Heizung aber nicht, denn ausgekühlte Wände brauchen viel Energie zum Aufheizen und begünstigen in schlecht gedämmten Wohnungen Schimmel.

  • Für einige Stunden, etwa nachts oder während der Arbeit: auf rund 18 °C absenken
  • Für einige Tage Abwesenheit: etwa 15 °C einstellen
  • Für längere Reisen: noch etwas niedriger, aber nie ganz aus

Handgriff 4: Programmierbare Thermostate nutzen

Programmierbare Thermostatköpfe übernehmen das Absenken automatisch und heizen rechtzeitig vor deiner Rückkehr wieder hoch. Nach Angaben des Umweltbundesamts lassen sich damit etwa 10 Prozent Energie einsparen. Die Köpfe passen auf die meisten gängigen Ventile und lassen sich ohne Werkzeug tauschen.

Hand dreht am Thermostat, um Heizkosten sparen zu können
Foto: hessam nabavi / Unsplash

Warum solltest du Heizkörper entlüften?

Luft im Heizkörper verhindert, dass heißes Wasser die ganze Fläche erreicht. Der Heizkörper bleibt oben kalt, gluckert und gibt weniger Wärme ab, obwohl die Anlage arbeitet. Entlüften dauert pro Heizkörper nur wenige Minuten, kostet nichts außer einem passenden Schlüssel und sorgt dafür, dass die Wärme wieder gleichmäßig im Raum ankommt.

Handgriff 5: Heizkörper in fünf Schritten entlüften

  1. Dreh das Thermostat ganz auf und warte, bis der Heizkörper warm ist.
  2. Halte ein Tuch und ein Gefäß unter das Entlüftungsventil an der oberen Seite.
  3. Öffne das Ventil mit dem Entlüftungsschlüssel langsam, bis es zischt.
  4. Schließe es, sobald statt Luft gleichmäßig Wasser austritt.
  5. Prüfe danach den Wasserdruck der Anlage oder bitte den Vermieter darum.

Handgriff 6: Heizkörper freiräumen

Ein Sofa direkt vor dem Heizkörper, lange Vorhänge oder ein Wäscheständer darüber stauen die Wärme. Sie steigt dann direkt nach oben, während der Rest des Raums kalt bleibt. Rück Möbel deshalb etwas ab und halte auch an Außenwänden mindestens 10 Zentimeter Abstand, damit die Luft zirkulieren kann.

Freie Heizkörper sind beim Heizkosten sparen ein unterschätzter Hebel. Ein einfacher Test zeigt, ob die Wärme richtig verteilt wird: Wird es direkt über dem Heizkörper schnell warm, während der übrige Raum kühl bleibt, ist die Zirkulation gestört.

Wie lüftest du richtig, ohne Wärme zu verschwenden?

Richtig lüftest du mit kurzem, kräftigem Stoßlüften: Fenster weit auf, im Winter fünf bis zehn Minuten, drei- bis viermal am Tag. Dreh dabei die Thermostate herunter. Ein dauerhaft gekipptes Fenster tauscht die Luft kaum aus, kühlt aber Wände und Laibungen aus und treibt die Heizkosten unnötig nach oben.

Handgriff 7: Stoßlüften statt Kippfenster

  • Öffne nach Möglichkeit gegenüberliegende Fenster für Querlüften, dann reichen oft wenige Minuten.
  • Lüfte nach dem Duschen, Kochen und Wäschewaschen sofort, wenn viel Feuchtigkeit in der Luft ist.
  • Schließe beim Lüften die Türen zu anderen Räumen.
  • Dreh das Thermostat erst wieder hoch, wenn das Fenster zu ist.

Handgriff 8: Luftfeuchtigkeit im Blick behalten

Feuchte Luft fühlt sich kühler an und lässt sich schwerer erwärmen. In schlecht gedämmten Wohnungen sollte die Luftfeuchte im Winter laut Umweltbundesamt unter 50 Prozent liegen. Ein günstiges Hygrometer zeigt dir, wann es Zeit zum Lüften ist.

Wenn du die Wäsche drinnen trocknest, steigt die Feuchte deutlich. Wie das trotzdem klappt, liest du in unserem Ratgeber zum Wäschetrocknen im Winter ohne Schimmel. Trockene Luft lässt sich schneller erwärmen, und auch das hilft dir beim Heizkosten sparen.

Profi-Tipp: Lüften und Heizen gehören zusammen. Dreh vor dem Stoßlüften das Thermostat auf null und nach dem Schließen wieder auf den alten Wert. So heizt der Heizkörper nicht gegen das offene Fenster an.

Wärmeverluste an Fenstern und Türen stoppen

Selbst bei perfekt eingestellten Thermostaten geht viel Wärme über Glas, Fugen und Türspalten verloren. Diese Lecks zu schließen ist oft günstig. Beim Heizkosten sparen gehören Fenster und Türen deshalb ganz oben auf die Liste.

Handgriff 9: Rollläden und Vorhänge nachts schließen

Geschlossene Rollläden können den Wärmeverlust über die Fenster laut Umweltbundesamt um etwa 20 Prozent verringern. Vorhänge verstärken den Effekt zusätzlich. Achte nur darauf, dass sie nicht über den Heizkörper hängen, sonst kehrst du den Vorteil um.

Handgriff 10: Dichtungen prüfen und Zugluft stoppen

Klemm ein Blatt Papier ins Fenster und schließe es: Lässt sich das Blatt leicht herausziehen, schließt die Dichtung nicht mehr richtig. Poröse Gummidichtungen bekommst du im Baumarkt und ersetzt sie meist ohne Werkzeug.

  • Zugluftstopper an Türen zu unbeheizten Fluren oder Treppenhäusern
  • Rollladenkästen auf Ritzen prüfen und bei Bedarf abdichten
  • Türen zu kühleren Räumen konsequent geschlossen halten
  • Heizkörpernischen an Außenwänden mit Dämmfolie hinterlegen, sofern der Vermieter zustimmt

Eine ausführliche Checkliste für die kalte Jahreszeit findest du in unserem Beitrag Wohnung winterfest machen.

Geschlossene Rollläden am Abend halten die Wärme im Wohnzimmer
Foto: sunny / Unsplash

Heizkosten sparen beim Warmwasser

Wird dein Warmwasser über die Zentralheizung erwärmt, gehört es ebenfalls zu den Heizkosten. Gerade beim Duschen fließt viel warmes Wasser, das erst aufgeheizt werden muss. Hier kannst du Heizkosten sparen, ohne an der Raumtemperatur zu drehen.

Handgriff 11: Warmwasser bewusst nutzen

  • Kürzer duschen: Schon zwei Minuten weniger machen bei jeder Dusche einen Unterschied.
  • Einen Sparduschkopf mit weniger als 9 Litern pro Minute montieren.
  • Hände mit kaltem Wasser waschen, wenn warmes Wasser erst lange nachlaufen muss.
  • Bei Einhebelmischern den Hebel in der Grundstellung auf kalt stellen.

Welche Helfer im Bad am meisten bringen und worauf du bei Durchlauferhitzern achten musst, erklärt unser Ratgeber Wasser sparen im Bad.

Handgriff 12: Heizung warten und einstellen lassen

Den letzten Handgriff zum Heizkosten sparen erledigt meist ein Fachbetrieb, du stößt ihn aber an. Das Umweltbundesamt rät, die Heizung zu Beginn der Heizperiode warten zu lassen. Die Werkseinstellungen sind oft zu hoch, deshalb lohnt ein Blick auf Heizkurve, Vorlauftemperatur und Pumpenstufe.

Als Mieter sprichst du deinen Vermieter oder die Hausverwaltung an, wenn einzelne Heizkörper trotz Entlüften nicht richtig warm werden. Dann kann ein hydraulischer Abgleich sinnvoll sein, bei dem ein Fachbetrieb die Wassermengen für jeden Heizkörper passend einstellt. Eingriffe an der Anlage selbst nimmst du nicht vor.

Wie behältst du deinen Verbrauch im Blick?

Heizkosten sparen klappt am besten, wenn du Erfolge messen kannst. Notiere dazu einmal pro Woche oder Monat die Zählerstände deines Gaszählers oder die Werte der Heizkostenverteiler. So erkennst du, welche Maßnahmen wirken, und siehst früh, wenn der Verbrauch ungewöhnlich steigt. Vergleiche dabei immer ähnliche Zeiträume, denn ein milder Dezember verbraucht weniger als ein frostiger.

Die Werte passen gut in ein Haushaltsbuch, in dem du auch Abschläge und Nachzahlungen festhältst. Wie das einfach gelingt, zeigt unser Beitrag Haushaltsbuch führen. Weitere Ideen rund um Energie und Geld findest du im Ressort Sparen und Energie.

Fazit: Kleine Handgriffe, große Wirkung

Heizkosten sparen heißt nicht frieren. Wer die Raumtemperatur bewusst wählt, das Thermostat versteht, Heizkörper entlüftet und freiräumt, richtig lüftet und Lecks schließt, holt aus jeder Kilowattstunde mehr Wärme heraus. Die meisten der 12 Handgriffe kosten nichts oder nur wenige Euro.

Fang am besten heute mit der Temperatur an: Ein Grad weniger ist der schnellste Weg zum Heizkosten sparen. Danach arbeitest du dich Raum für Raum durch die übrigen Punkte. Ausführliche Hintergründe liefert auch co2online mit seinen zehn Tipps zum richtigen Heizen.

Häufige Fragen zu Heizkosten sparen

Wie viel spart ein Grad weniger Raumtemperatur?

Laut co2online senkt ein Grad weniger den Heizenergieverbrauch um etwa 6 Prozent. Im Beispiel eines 130 Quadratmeter großen Haushalts mit Gasheizung sind das rund 120 Euro im Jahr.

Welche Thermostatstufe entspricht 20 Grad?

Bei üblichen Thermostatventilen entspricht Stufe 3 etwa 20 °C. Zwischen den Stufen liegen meist rund 4 Grad, Stufe 5 heizt also nicht schneller, sondern nur höher.

Ist es besser, die Heizung nachts auszuschalten?

Nein, senke die Temperatur lieber auf etwa 18 °C ab. Ganz ausgekühlte Wände brauchen viel Energie zum Aufheizen und begünstigen in schlecht gedämmten Wohnungen Schimmel.

Wie oft sollte man im Winter lüften?

Lüfte drei- bis viermal täglich für fünf bis zehn Minuten mit weit geöffnetem Fenster. Dreh währenddessen das Thermostat herunter und verzichte auf dauerhaft gekippte Fenster.

Wann sollte man Heizkörper entlüften?

Entlüfte Heizkörper, wenn sie gluckern oder oben kalt bleiben, und am besten zu Beginn jeder Heizperiode. Danach solltest du den Wasserdruck der Anlage prüfen oder prüfen lassen.

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