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Wäsche trocknen im Winter: 10 Regeln für eine Wohnung ohne Schimmel

Nasse Wäsche bringt Liter an Wasser in die Raumluft. So trocknest du im Winter in der Wohnung, ohne dass sich an Wänden und Fenstern Schimmel bildet.

Wäscheständer mit aufgehängter Kleidung
Foto: Anton Savinov / Unsplash

Wäsche trocknen im Winter gelingt ohne Schimmel, wenn du drei Dinge im Griff hast: kräftig schleudern, im beheizten Raum trocknen und mehrmals täglich stoßlüften. Ein günstiges Hygrometer zeigt dir dabei, ob die Luftfeuchtigkeit im grünen Bereich bleibt. Als Richtwert gelten 40 bis 60 Prozent relative Luftfeuchte.

Das Problem ist schnell erklärt: Eine Maschinenladung nasse Wäsche enthält mehrere Liter Wasser, die beim Trocknen in die Raumluft wandern. Im Sommer trägt der Wind diese Feuchtigkeit davon, im Winter bleibt sie in der Wohnung und schlägt sich an kalten Wänden nieder. Mit den folgenden Regeln behältst du die Kontrolle.

Warum ist Wäsche trocknen im Winter so heikel?

Wäsche trocknen im Winter ist heikel, weil kalte Luft weniger Wasser aufnehmen kann als warme. Die Feuchtigkeit aus der Wäsche sammelt sich deshalb in der Raumluft und kondensiert an den kältesten Stellen, etwa an Außenwänden, Fensterlaibungen und Raumecken. Bleibt es dort lange feucht, wächst Schimmel.

Wie viel Wasser in deiner Wäsche steckt, hängt vor allem von der Schleuderdrehzahl ab. Nach dem Schleudern enthält Wäsche je nach Maschine noch rund die Hälfte ihres Trockengewichts an Wasser. Bei sechs Kilogramm Baumwolle sind das grob drei Liter, die verdunsten müssen.

Hinzu kommen Duschen, Kochen und Atmen. Die Verbraucherzentrale nennt folgende Werte zur Einordnung:

  • 40 bis 60 Prozent relative Luftfeuchte gelten als ideal für Wohnräume.
  • Regelmäßig über 50 Prozent im Winter erhöhen die Schimmelgefahr.
  • Ab etwa 70 bis 80 Prozent direkt an der Wandoberfläche kann Schimmel wachsen.
  • 100 Prozent an kalten Flächen bedeutet: Es bildet sich Kondenswasser.
  • In schlecht gedämmten Altbauten können an kalten Tagen schon 40 Prozent an Wärmebrücken zu viel sein.

Der beste Ort zum Wäsche trocknen im Winter

Der beste Ort zum Wäsche trocknen im Winter ist ein beheizter Raum mit Fenster, der nicht als Schlafzimmer genutzt wird. Gut geeignet sind ein Arbeitszimmer, ein Flur mit Fenster oder ein Bad mit Lüftung. Kühle, ungeheizte Räume ohne Luftaustausch sind dagegen ungünstig.

Das Umweltbundesamt empfiehlt, Wäsche möglichst im Freien oder in unbeheizten, gut belüfteten Räumen zu trocknen. Ein luftiger Trockenboden oder Waschkeller mit offenem Fenster erfüllt das. Ein kalter, feuchter Keller ohne Lüftung ist dagegen keine gute Wahl, weil die Wäsche dort tagelang nass bleibt.

Achte bei der Aufstellung auf diese Punkte:

  • Stelle den Wäscheständer nicht direkt an eine Außenwand oder vor einen Schrank.
  • Halte etwa eine Handbreite Abstand zu Wänden, damit Luft zirkulieren kann.
  • Ein Platz in der Nähe der Heizung ist gut, die Wäsche gehört aber nicht direkt auf den Heizkörper.
  • Halte die Tür zum Trockenraum geschlossen, damit sich die Feuchte nicht in der ganzen Wohnung verteilt.
  • Meide das Schlafzimmer, denn dort kommt über Nacht schon die Atemfeuchte hinzu.

Wäsche direkt auf dem Heizkörper behindert die Wärmeabgabe an den Raum. Der Raum bleibt kühler, und die Feuchtigkeit verteilt sich schlechter.

Wäsche trocknen im Winter auf einem Wäscheständer im beheizten Zimmer
Foto: la la / Unsplash

Richtig lüften beim Wäsche trocknen im Winter

Lüften ist der wichtigste Hebel gegen Schimmel. Beim Wäsche trocknen im Winter reicht ein dauerhaft gekipptes Fenster nicht aus. Es tauscht kaum Luft aus, kühlt aber die Fensterlaibung aus, an der sich dann erst recht Kondenswasser bildet.

So lüftest du richtig:

  1. Stoßlüften: Öffne das Fenster weit für 3 bis 5 Minuten bei Frost, für 5 bis 10 Minuten bei milderem Wetter.
  2. Querlüften: Öffne gegenüberliegende Fenster gleichzeitig, dann tauscht sich die Luft besonders schnell aus.
  3. Häufigkeit: Lüfte mindestens drei- bis viermal täglich, solange Wäsche hängt.
  4. Heizung: Drehe das Thermostat während des Lüftens herunter und danach wieder auf.
  5. Kontrolle: Schau nach dem Lüften auf das Hygrometer. Steigt der Wert schnell wieder über 60 Prozent, lüftest du häufiger.

Die Verbraucherzentrale rät, auch wenig genutzte Räume in der Heizperiode tagsüber auf mindestens 16 bis 18 Grad zu halten. Große Temperaturunterschiede zwischen Räumen begünstigen Schimmel, darum bleiben Türen zwischen unterschiedlich warmen Räumen zu.

Profi-Tipp: Lüften kostet im Winter weniger Heizenergie, als viele denken. Kalte Außenluft ist trocken und erwärmt sich schnell. Wie du dabei zusätzlich sparst, liest du im Ratgeber Heizkosten sparen.

So trocknet die Wäsche schneller

Je kürzer die Wäsche hängt, desto weniger Feuchtigkeit gelangt auf einmal in die Raumluft. Mit diesen Tricks verkürzt du die Trockenzeit deutlich.

Kräftig schleudern

Das Umweltbundesamt empfiehlt, mit der höchstmöglichen Drehzahl zu schleudern, als Richtwert nennt es 1.400 Umdrehungen. Der zusätzliche Strom fürs Schleudern ist gering im Vergleich zu dem Wasser, das danach nicht mehr verdunsten muss. Prüfe aber vorher die Pflegesymbole, denn Wolle, Seide und Feines vertragen meist weniger.

Locker aufhängen

Schüttle jedes Teil kräftig aus, bevor du es aufhängst. Lass zwischen den Stücken Platz, damit die Luft zirkulieren kann. Große Teile wie Bettwäsche hängst du über zwei Leinen, damit sie nicht doppelt liegen.

Luft bewegen

Ein kleiner Ventilator beschleunigt das Trocknen, weil er die feuchte Luftschicht direkt an der Wäsche wegbläst. Er verbraucht deutlich weniger Strom als ein Trockner. Ein Luftentfeuchter entzieht der Raumluft zusätzlich Wasser, kostet aber ebenfalls Strom.

Wäsche sortieren

Dicke Handtücher, Jeans und Pullover brauchen am längsten. Hänge sie an die wärmste Stelle und dünne Shirts weiter außen. Lieber zwei kleinere Ladungen an verschiedenen Tagen als eine riesige Ladung auf einmal.

Digitales Hygrometer zeigt die relative Luftfeuchtigkeit im Wohnraum an
Foto: Vien Dinh / Unsplash

Wäsche trocknen im Winter draußen: Funktioniert das?

Ja, auch bei Frost kann Wäsche draußen trocknen. Das Wasser gefriert zunächst und geht dann bei trockener, kalter Luft und etwas Wind direkt vom Eis in Wasserdampf über. Dieser Vorgang heißt Sublimation und dauert länger als im Sommer, belastet aber nicht deine Wohnung.

Gut geeignet sind sonnige, windige Tage mit niedriger Luftfeuchte. Bei Nebel, Regen oder Schneefall bleibt die Wäsche dagegen klamm. Nimm sie dann leicht feucht ins Haus und lass sie im beheizten Raum fertig trocknen. Gefrorene Wäsche fasst du vorsichtig an, denn steife Fasern können knicken.

Wäschetrockner, Luftentfeuchter oder Trockenraum?

Wer viel waschen muss, fragt sich, ob ein Gerät die bessere Lösung ist. Für das Wäsche trocknen im Winter gibt es drei Alternativen zum Wäscheständer im Wohnzimmer.

  • Wärmepumpentrockner: Laut Umweltbundesamt verbrauchen effiziente Geräte etwa 73 bis 97 Kilowattstunden pro 100 Trockengänge, alte Geräte ohne Wärmepumpe rund 340. Die Feuchtigkeit landet im Kondensbehälter oder Abfluss statt in der Raumluft.
  • Luftentfeuchter: sinnvoll in einem geschlossenen Trockenraum. Er sammelt das Wasser im Tank und verkürzt die Trockenzeit.
  • Gemeinschaftlicher Trockenraum: In vielen Mehrfamilienhäusern gibt es einen Trockenraum oder Gemeinschaftstrockner. Nutze ihn, wenn er gut belüftet ist.

Welche Geräte in deinem Haushalt am meisten Strom ziehen, findest du mit dem Ratgeber Stromfresser finden heraus.

Warnzeichen erkennen: Wann droht Schimmel?

Beobachte beim Wäsche trocknen im Winter die kältesten Stellen der Wohnung. Wenn sich dort Feuchtigkeit sammelt, reichen Lüften und Heizen nicht mehr aus. Typische Warnzeichen sind:

  • beschlagene oder nasse Fensterscheiben am Morgen
  • feuchte Fensterrahmen und Laibungen
  • dunkle Punkte oder Verfärbungen in Raumecken, hinter Möbeln oder an der Silikonfuge
  • muffiger, erdiger Geruch
  • ein Hygrometer, das dauerhaft über 60 Prozent anzeigt

Entdeckst du erste Flecken, trockne die Wäsche vorübergehend in einem anderen Raum und lüfte konsequenter. Wie du kleine Stellen beseitigst, erklärt unser Ratgeber Schimmel im Bad entfernen. Bei größeren Flächen oder wiederkehrendem Befall solltest du die Ursache von Fachleuten prüfen lassen und als Mieter die Vermietung informieren.

Wäsche trocknen im Winter: Die 10 Regeln im Überblick

Hier findest du alle Punkte noch einmal kompakt. Druck dir die Liste aus oder speichere sie im Handy, dann hast du sie am Wäscheständer parat.

  1. Schleudere mit der höchsten Drehzahl, die das Etikett erlaubt.
  2. Trockne in einem beheizten Raum mit Fenster, nicht im Schlafzimmer.
  3. Halte Abstand zu Außenwänden und Schränken.
  4. Lege nichts direkt auf den Heizkörper.
  5. Schließe die Tür des Trockenraums.
  6. Lüfte drei- bis viermal täglich stoß, statt das Fenster zu kippen.
  7. Halte die Raumtemperatur tagsüber bei mindestens 16 bis 18 Grad.
  8. Kontrolliere die Luftfeuchte mit einem Hygrometer, Ziel sind 40 bis 60 Prozent.
  9. Verteile große Wäscheberge auf mehrere Tage.
  10. Nutze an trockenen, windigen Tagen auch den Balkon oder Garten.

Viele Feuchtigkeitsprobleme lassen sich schon beim Waschen vermeiden. Plane große Ladungen wie Bettwäsche und Handtücher für Tage, an denen du zu Hause bist und lüften kannst. Wer morgens wäscht, kann tagsüber mehrfach Luft austauschen, statt die nasse Wäsche über Nacht in einer geschlossenen Wohnung hängen zu lassen.

Auch der Zustand deiner Wohnung spielt eine Rolle. Dichte Fenster, freie Heizkörper und intakte Dichtungen sorgen dafür, dass Wärme im Raum bleibt und Wände nicht auskühlen. Eine Checkliste dafür findest du im Ratgeber Wohnung winterfest machen.

Fazit: Wäsche trocknen im Winter ohne Schimmel

Wäsche trocknen im Winter ist in der Wohnung kein Problem, wenn du die Feuchtigkeit aktiv abführst. Schleudere kräftig, trockne im beheizten Raum mit Abstand zur Wand und lüfte mehrmals täglich stoß. Mit einem Hygrometer siehst du sofort, ob die Werte stimmen, und reagierst, bevor sich Schimmel bildet.

Häufige Fragen zum Wäsche trocknen im Winter

Wie hoch darf die Luftfeuchtigkeit beim Wäschetrocknen sein?

Ideal sind 40 bis 60 Prozent relative Luftfeuchte. Liegt der Wert im Winter regelmäßig über 50 Prozent oder dauerhaft über 60 Prozent, steigt die Schimmelgefahr, und du solltest häufiger stoßlüften.

Darf ich Wäsche im Schlafzimmer trocknen?

Besser nicht, denn im Schlafzimmer kommt über Nacht viel Atemfeuchte hinzu und der Raum ist oft kühler. Wähle lieber einen beheizten Raum mit Fenster, in dem sich niemand dauerhaft aufhält.

Wie oft sollte ich lüften, wenn Wäsche in der Wohnung hängt?

Lüfte mindestens drei- bis viermal täglich mit weit geöffnetem Fenster. Bei Frost genügen jeweils 3 bis 5 Minuten, bei milderem Wetter 5 bis 10 Minuten.

Trocknet Wäsche draußen auch bei Minusgraden?

Ja, bei trockener Luft und etwas Wind verdunstet das gefrorene Wasser direkt aus dem Eis. Das dauert länger als im Sommer, entlastet aber die Raumluft deiner Wohnung.

Ist ein gekipptes Fenster beim Wäschetrocknen ausreichend?

Nein, ein Kippfenster tauscht kaum Luft aus und kühlt die Fensterlaibung aus, an der sich dann Kondenswasser bilden kann. Effektiver ist mehrmaliges Stoßlüften oder Querlüften.

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