Stromfresser finden ist der schnellste Weg zu einer niedrigeren Stromrechnung, denn meist treiben nur wenige Geräte die Kosten hoch. Oft sind es keine großen Verbraucher, sondern Geräte, die still im Hintergrund laufen: der alte Kühlschrank im Keller, die Heizungspumpe oder der Fernseher im Standby.
Mit einem Strommessgerät, einem Blick auf den Stromzähler und einer einfachen Formel findest du heraus, welches Gerät wie viel kostet. In diesem Ratgeber zeigen wir dir, wie du misst, wie du Watt in Euro umrechnest und was du gegen die größten Verbraucher tun kannst.
Warum lohnt es sich, Stromfresser zu finden?
Wer Stromfresser finden will, sucht nach Geräten, die dauerhaft oder unnötig viel Strom ziehen. Weil sie oft rund um die Uhr laufen, summieren sich schon wenige Watt zu spürbaren Beträgen. Ein Gerät mit 10 Watt Dauerleistung kommt im Jahr auf fast 88 Kilowattstunden. Bei einem Strompreis von 37 Cent sind das rund 32 Euro, ohne dass du davon etwas merkst.
Die Stromrechnung zeigt dir nur die Gesamtsumme. Welches Gerät dahintersteckt, siehst du erst, wenn du gezielt misst. Genau darum geht es beim Stromfresser finden: Du ersetzt Vermutungen durch Zahlen und entscheidest dann, wo Abschalten, Umstellen oder ein Austausch wirklich lohnt.
Stromfresser finden mit dem Strommessgerät
Das wichtigste Werkzeug ist ein Zwischenstecker mit Anzeige. Du steckst ihn in die Steckdose, schließt das Gerät daran an und liest die aktuelle Leistung in Watt sowie den Verbrauch über einen Zeitraum ab. Viele Modelle zeigen auch gleich die Kosten an, wenn du deinen Strompreis eingibst.
Wo bekommst du ein Strommessgerät?
Du musst nicht unbedingt eines kaufen. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale verleiht Strommessgeräte kostenlos, wie die Verbraucherzentrale Niedersachsen zu heimlichen Stromfressern erklärt. Auch manche Stadtwerke und Bibliotheken haben Geräte zum Ausleihen.
Richtig messen in fünf Schritten
- Notiere zuerst alle Geräte, die dauerhaft am Netz hängen, Raum für Raum.
- Miss Geräte mit wechselnder Leistung wie Kühlschrank, Gefriertruhe oder Router mindestens 24 Stunden, besser mehrere Tage.
- Miss bei Fernseher, Spielkonsole, Drucker und Computer zusätzlich den Wert im ausgeschalteten Zustand.
- Lies bei kurz genutzten Geräten wie Wasserkocher oder Föhn die Leistung im Betrieb ab und schätze die tägliche Nutzungsdauer.
- Schreib alle Werte in eine Liste und rechne sie aufs Jahr hoch.
Fest angeschlossene Geräte wie Herd, Backofen oder Durchlauferhitzer kannst du mit einem Zwischenstecker nicht messen. Öffne keine Geräte und arbeite nicht selbst an der Elektroinstallation, das ist Sache einer Elektrofachkraft.

Wie rechnest du den Stromverbrauch in Euro um?
Du multiplizierst die Leistung in Watt mit den Betriebsstunden, teilst durch 1.000 und erhältst Kilowattstunden. Diese multiplizierst du mit deinem Strompreis pro Kilowattstunde. Ein Jahr hat 8.760 Stunden, das ist die Zahl für Geräte, die ständig laufen. Den genauen Arbeitspreis findest du auf deiner Stromrechnung.
Für die folgenden Rechenbeispiele nehmen wir 37 Cent pro Kilowattstunde an. Das ist eine gerundete Annahme auf Basis der BDEW-Strompreisanalyse, die für Haushalte 2026 bisher einen Durchschnitt von etwa 37 Cent ausweist. Dein eigener Tarif kann deutlich darüber oder darunter liegen.
- 1 Watt Dauerleistung: 8,76 kWh im Jahr, also rund 3,24 Euro
- 5 Watt Dauerleistung: 43,8 kWh im Jahr, also rund 16 Euro
- 10 Watt Dauerleistung: 87,6 kWh im Jahr, also rund 32 Euro
- 30 Watt Dauerleistung: 262,8 kWh im Jahr, also rund 97 Euro
Ein Beispiel aus dem Wohnzimmer: Zeigt dein Messgerät für Fernseher, Receiver und Soundbar zusammen 15 Watt im ausgeschalteten Zustand, ergibt das rund 131 Kilowattstunden. Bei der Annahme von 37 Cent kostet dich der Standby dieser Ecke also knapp 49 Euro im Jahr. Mit einer schaltbaren Steckdosenleiste ist dieser Betrag fast vollständig weg.
Standby: Wie viel kostet Leerlauf?
Standby kostet dich so viel, wie die Geräte im Leerlauf ziehen, mal 8.760 Stunden im Jahr. Jedes Watt Dauerverbrauch macht bei 37 Cent rund 3,24 Euro jährlich aus. Bundesweit verursachen Leerlaufverluste laut Umweltbundesamt Kosten von mehreren Milliarden Euro pro Jahr. Darum lohnt es sich, gerade nach Geräten mit Standby gezielt zu suchen.
Neuere Geräte unterliegen strengen EU-Vorgaben für den Bereitschaftsbetrieb, die das Umweltbundesamt auf seiner Seite zu Leerlaufverlusten erläutert. Diese Grenzwerte gelten aber nicht für Altgeräte, die schon vorher im Handel waren. Gerade ältere Unterhaltungselektronik lohnt deshalb eine Messung.
Typische Standby-Kandidaten
- Fernseher, Receiver, Soundbar und Spielkonsole mit Schnellstartfunktion
- Computer, Monitor, Drucker und Lautsprecher am Schreibtisch
- Ladegeräte und Netzteile, die ohne Gerät in der Steckdose stecken
- Kaffeevollautomaten mit Warmhaltefunktion
- Netzwerk-Standby bei smarten Geräten, die ständig mit dem WLAN verbunden bleiben
Die einfachste Lösung ist eine schaltbare Steckdosenleiste: Ein Klick trennt alle angeschlossenen Geräte vom Netz. Wie du die Leiste hinter Fernseher und Schreibtisch ordentlich unterbringst, zeigt unser Ratgeber Kabel ordnen. Router und Telefonanlage solltest du nur abschalten, wenn du nachts wirklich nicht erreichbar sein musst.
Profi-Tipp: Achte an Fernseher und Spielkonsole auf Funktionen wie Schnellstart oder Sofortbereitschaft. Sie erhöhen den Standby-Verbrauch oft deutlich. Schaltest du sie im Menü ab, startet das Gerät nur ein paar Sekunden langsamer.
Alte Geräte: die großen Stromfresser im Haushalt
Beim Stromfresser finden stößt du häufig auf Geräte, die Tag und Nacht laufen und schon viele Jahre alt sind. Hier geht es nicht um wenige Watt, sondern um Kilowattstunden in dreistelliger Höhe.
Kühlschrank und Gefriertruhe
Kühlgeräte laufen ununterbrochen und gehören deshalb zu den wichtigsten Kandidaten. Die Verbraucherzentrale empfiehlt 7 °C im Kühlschrank und minus 18 °C im Gefrierfach. Jedes Grad kälter treibt den Verbrauch unnötig nach oben, ebenso eine Eisschicht oder eine undichte Türdichtung.
Ein Rechenbeispiel: Zeigt dein Messgerät für einen alten Kellerkühlschrank 1,1 Kilowattstunden am Tag, sind das rund 400 Kilowattstunden im Jahr. Bei 37 Cent kostet dich das Gerät etwa 149 Euro jährlich. Vergleiche diesen Wert mit dem Jahresverbrauch auf dem Energielabel eines neuen Modells, dann siehst du sofort, ob sich ein Austausch rechnet. Wie du den Kühlschrank sinnvoll befüllst, liest du im Beitrag Kühlschrank einräumen.
Heizungspumpe, Trockner und Elektroheizer
- Alte, ungeregelte Heizungspumpen laufen oft rund um die Uhr auf voller Leistung. Den Tausch gegen eine Hocheffizienzpumpe übernimmt ein Fachbetrieb.
- Wäschetrockner verbrauchen viel Strom, ein Wäscheständer kostet dagegen nichts.
- Elektrische Heizlüfter und Durchlauferhitzer sind teuer im Betrieb und sollten nur laufen, wenn es keine Alternative gibt.
- Waschmaschine und Geschirrspüler sparen im Eco-Programm und bei 30 bis 40 °C Energie.
Warum die Heizungspumpe auch für die Heizkosten wichtig ist, erklären wir in unserem Ratgeber Heizkosten sparen.

Stromfresser finden ohne Messgerät: der Zähler-Trick
Hast du gerade kein Messgerät, hilft dir dein Stromzähler weiter. Mit ihm ermittelst du die Grundlast, also den Strom, den dein Haushalt verbraucht, während scheinbar nichts läuft. So kannst du Stromfresser finden, die sich hinter einer hohen Grundlast verstecken.
- Lies abends vor dem Schlafengehen den Zählerstand ab und notiere die Uhrzeit.
- Achte darauf, dass in der Nacht keine Waschmaschine, kein Geschirrspüler und kein Trockner läuft.
- Lies morgens direkt nach dem Aufstehen erneut ab.
- Teile die Differenz in Kilowattstunden durch die Stunden dazwischen und multipliziere mit 1.000. Das Ergebnis ist deine Grundlast in Watt.
Kommen dabei 150 Watt heraus, sind das über 1.300 Kilowattstunden im Jahr und bei 37 Cent knapp 490 Euro. Dann lohnt es sich, die Dauerläufer einzeln durchzumessen. Ein digitaler Zähler zeigt dir die aktuelle Leistung oft sogar direkt an, dann schaltest du Geräte nacheinander ab und beobachtest, wie der Wert sinkt.
Stromfresser finden Raum für Raum
Damit du nichts übersiehst, gehst du am besten systematisch vor. Wer Stromfresser finden will, nimmt sich jeden Raum einzeln vor und prüft zuerst die Geräte, die ständig eingesteckt sind. Die folgende Übersicht hilft dir dabei.
Küche
In der Küche stehen die meisten Dauerläufer. Neben Kühlschrank und Gefrierfach lohnt ein Blick auf Kaffeemaschinen mit Warmhalteplatte, Mikrowellen mit Uhrdisplay und Geschirrspüler, die nach dem Programmende im Bereitschaftsmodus bleiben. Beim Wasserkocher zählt vor allem, dass du nur so viel Wasser erhitzt, wie du brauchst.
Wohnzimmer und Arbeitszimmer
Hier sammelt sich die Unterhaltungselektronik. Fernseher, Receiver, Soundbar, Spielkonsole, Streaming-Box und Lautsprecher hängen oft gemeinsam an einer Leiste, und genau diese Leiste misst du als Erstes. Am Schreibtisch kommen Computer, Monitor, Drucker und Ladegeräte dazu.
Bad, Keller und Flur
- Durchlauferhitzer und Boiler: Temperatur nicht höher einstellen als nötig
- Zweitkühlschrank oder Gefriertruhe im Keller: Füllstand und Nutzen prüfen
- Aquarium, Terrarium oder Zimmerbrunnen mit Pumpe und Heizstab
- Außenbeleuchtung und Bewegungsmelder, die dauerhaft eingeschaltet sind
Nach dieser Runde hast du eine vollständige Liste. Sortiere sie nach Jahreskosten, dann siehst du auf einen Blick, wo du beim Stromfresser finden zuerst ansetzen solltest. Die drei teuersten Geräte bringen meist mehr als alle anderen zusammen.
Helfen smarte Steckdosen beim Stromfresser finden?
Smarte Zwischenstecker mit Messfunktion können beim Stromfresser finden helfen, weil sie den Verbrauch über Wochen aufzeichnen und per App anzeigen. So erkennst du, wann ein Gerät besonders viel zieht. Bedenke aber, dass die Steckdose selbst ebenfalls etwas Strom verbraucht, solange sie mit dem WLAN verbunden ist.
Für eine einmalige Bestandsaufnahme reicht ein einfaches Messgerät völlig aus. Smarte Steckdosen lohnen sich eher dort, wo du ein Gerät dauerhaft automatisch abschalten willst, etwa nachts oder während du nicht zu Hause bist.
Was tun, wenn du einen Stromfresser gefunden hast?
Nicht jedes Gerät musst du gleich ersetzen. Oft reicht es, Einstellungen zu ändern oder das Gerät konsequent auszuschalten. Erst wenn das nichts bringt, lohnt sich der Blick auf einen Neukauf.
- Abschalten: Standby-Geräte über eine Steckdosenleiste vom Netz trennen.
- Einstellen: Kühltemperatur prüfen, Energiesparmodus aktivieren, Schnellstart abschalten.
- Pflegen: Kühlgeräte abtauen, Dichtungen prüfen, Lüftungsgitter freihalten.
- Ersetzen: Mehrkosten des alten Geräts pro Jahr mit dem Preis eines neuen vergleichen.
- Verzichten: den Zweitkühlschrank im Keller stilllegen, wenn du ihn kaum nutzt.
Halte deine Messwerte und die Zählerstände fest, damit du später siehst, was die Maßnahmen gebracht haben. Ein Haushaltsbuch eignet sich gut dafür, weil du dort auch die monatlichen Abschläge im Blick hast.
Fazit: Messen statt raten
Stromfresser finden ist keine Raketenwissenschaft. Mit einem geliehenen Messgerät, dem Zähler-Trick und der einfachen Formel aus Watt, Stunden und Strompreis weißt du nach wenigen Tagen, wo dein Geld hingeht. Die größten Brocken sind meist alte Kühlgeräte, ungeregelte Pumpen und gebündelter Standby.
Fang mit den Dauerläufern an, denn dort steckt das meiste Potenzial. Wer regelmäßig Stromfresser finden und abschalten will, wiederholt die Messung am besten einmal im Jahr, etwa wenn die neue Abrechnung kommt.
Häufige Fragen zu Stromfresser finden
Wie kann man Stromfresser finden?
Am einfachsten mit einem Strommessgerät, das du zwischen Steckdose und Gerät steckst. Ohne Messgerät hilft der Stromzähler: Über die Grundlast in der Nacht erkennst du, ob Dauerläufer zu viel Strom ziehen.
Wo kann man ein Strommessgerät ausleihen?
Die Energieberatung der Verbraucherzentrale verleiht Strommessgeräte kostenlos. Auch manche Stadtwerke und Bibliotheken bieten Geräte zum Ausleihen an.
Wie viel kostet 1 Watt Standby im Jahr?
Ein Watt Dauerleistung ergibt 8,76 Kilowattstunden im Jahr. Bei einem angenommenen Strompreis von 37 Cent pro Kilowattstunde sind das rund 3,24 Euro.
Welche Geräte sind die größten Stromfresser?
Häufig sind es alte Kühl- und Gefriergeräte, ungeregelte Heizungspumpen, Wäschetrockner, Elektroheizer und Durchlauferhitzer. Dazu kommen viele kleine Standby-Verbraucher, die sich über das Jahr summieren.
Wie lange sollte man einen Kühlschrank messen?
Miss Kühl- und Gefriergeräte mindestens 24 Stunden, besser mehrere Tage. Weil der Kompressor in Intervallen läuft, ist eine kurze Messung nicht aussagekräftig.
