Wenn du deine Wohnung winterfest machen willst, brauchst du keinen Handwerker und kein großes Budget. Ein freier Nachmittag im Oktober oder November reicht, um Fenster, Heizung, Balkon und Wasserleitungen auf Kälte, Nässe und Frost vorzubereiten. Wer diesen Rundgang einmal gründlich erledigt, spart im Winter Heizenergie, Ärger und im schlimmsten Fall teure Reparaturen.
Die wichtigsten Punkte lassen sich in fünf Bereiche gliedern: Dichtungen prüfen, Heizkörper entlüften, richtig lüften, den Balkon räumen und Leitungen vor Frost schützen. Dazu kommen ein paar Handgriffe für Sicherheit und Gemütlichkeit. Die folgende Checkliste führt dich Schritt für Schritt durch alle Räume.
Wohnung winterfest machen: Warum lohnt sich der Aufwand?
Die Wohnung winterfest machen heißt vor allem, drei typische Winterschäden zu verhindern: Wärmeverlust durch Zugluft, Schimmel durch Feuchtigkeit und Wasserschäden durch eingefrorene Leitungen. Alle drei entstehen schleichend und fallen oft erst auf, wenn die Heizkostenabrechnung kommt oder die Tapete fleckig wird.
Besonders der Frost wird unterschätzt. Laut dem Gesamtverband der Versicherer entstehen durch eingefrorene und geplatzte Leitungen jedes Jahr Schäden in dreistelliger Millionenhöhe. Ein Großteil davon ließe sich mit wenigen Handgriffen vermeiden, und genau die zeigt dir dieser Ratgeber.
Der zweite Grund ist das Geld. Jedes Grad, das durch undichte Fenster verloren geht, musst du nachheizen. Wer seine Wohnung winterfest machen möchte, kümmert sich deshalb zuerst um die Stellen, an denen Wärme entweicht.
Wohnung winterfest machen: Die Checkliste im Überblick
Wer die Wohnung winterfest machen will, kann sich an dieser Liste entlanghangeln. Du kannst sie ausdrucken und an den Kühlschrank hängen, dann siehst du sofort, was noch fehlt.
- Fenster- und Türdichtungen prüfen und erneuern
- Heizkörper entlüften und Thermostatventile testen
- Hygrometer aufstellen und Lüftungsroutine festlegen
- Möbel von kalten Außenwänden abrücken
- Balkon räumen, Pflanzen und Polster ins Trockene bringen
- Außenwasserhähne absperren und Leitungen entleeren
- Rollläden und Gurte auf Funktion testen
- Rauchmelder prüfen und Beleuchtung im Eingang kontrollieren
Fenster und Türen abdichten
Fenster sind die größte Schwachstelle, wenn du deine Wohnung winterfest machen willst. Halte an einem windigen Tag die flache Hand oder eine brennende Kerze an Rahmen und Fugen. Spürst du einen Luftzug oder flackert die Flamme, ist die Dichtung porös oder verrutscht.
Wie erkennst du undichte Fenster?
Undichte Fenster erkennst du mit dem Papiertest: Klemme ein Blatt Papier zwischen Flügel und Rahmen und schließe das Fenster. Lässt sich das Blatt ohne Widerstand herausziehen, schließt die Dichtung an dieser Stelle nicht mehr richtig. Wiederhole den Test an allen vier Seiten, denn oft ist nur ein Abschnitt betroffen.
Poröse Gummidichtungen kannst du in vielen Fällen selbst austauschen. Für Altbaufenster ohne Nut eignet sich selbstklebendes Dichtband aus dem Baumarkt. Bei Mietwohnungen sprichst du größere Mängel am besten mit der Vermietung ab.
Türen und Rollläden nicht vergessen
Auch unter der Wohnungstür zieht es häufig. Ein Zugluftstopper oder eine Bürstendichtung am Türblatt hilft sofort. Teste außerdem deine Rollläden, bevor die Gurte bei Kälte steif werden. Das lohnt sich doppelt: Nach Angaben des Umweltbundesamts verringern geschlossene Rollläden die nächtlichen Wärmeverluste durch das Fenster um etwa 20 Prozent.
Vor dem Abdichten lohnt sich ein gründlicher Fensterputz, denn im Winter fehlt dafür oft das passende Wetter. Wie das ohne Schlieren klappt, zeigt unser Ratgeber Fenster putzen ohne Streifen.

Heizung vorbereiten und richtig einstellen
Die Heizung ist der zweite große Hebel, wenn du deine Wohnung winterfest machen willst. Vor der Heizperiode sollte jeder Heizkörper gleichmäßig warm werden. Gluckert es oder bleibt der obere Teil kalt, obwohl das Thermostat aufgedreht ist, sitzt Luft im System. Dann wird es Zeit, den Heizkörper zu entlüften.
Wie entlüftest du einen Heizkörper?
Zum Entlüften drehst du die Heizung warm, schaltest die Umwälzpumpe wenn möglich ab und öffnest das Entlüftungsventil mit einem Entlüftungsschlüssel. Halte ein Tuch und ein Gefäß darunter. Sobald statt Luft nur noch Wasser austritt, schließt du das Ventil wieder und prüfst anschließend den Druck an der Heizungsanlage.
So gehst du der Reihe nach vor:
- Thermostat voll aufdrehen und warten, bis der Heizkörper warm ist
- Ventil langsam eine halbe Umdrehung öffnen
- Zischende Luft entweichen lassen, bis Wasser kommt
- Ventil schließen und austretendes Wasser aufwischen
- Anlagendruck prüfen oder bei Bedarf die Hausverwaltung informieren
Das Umweltbundesamt empfiehlt außerdem, die Heizungsanlage zu Beginn der Heizperiode warten zu lassen. Dabei werden auch Regelung und Umwälzpumpe geprüft. In Mietwohnungen kümmert sich darum in der Regel die Vermietung.
Welche Raumtemperatur ist sinnvoll?
Das Umweltbundesamt nennt für den Wohnbereich höchstens 20 Grad, für die Küche 18 Grad und fürs Schlafzimmer 17 Grad. Bist du einige Stunden weg, reicht eine Absenkung auf etwa 18 Grad. Bei mehreren Tagen Abwesenheit genügen rund 15 Grad, damit die Räume nicht auskühlen.
- Wohnzimmer: höchstens 20 Grad
- Küche: 18 Grad
- Schlafzimmer: 17 Grad
- Abwesenheit über einige Stunden: etwa 18 Grad
- Abwesenheit über mehrere Tage: etwa 15 Grad
Wer hier noch mehr herausholen will, findet in unserem Ratgeber Heizkosten sparen weitere Handgriffe, die sofort wirken. Programmierbare Thermostate etwa sparen laut Umweltbundesamt rund 10 Prozent Energie.
Richtig lüften gegen Schimmel
Im Winter treffen warme, feuchte Raumluft und kalte Außenwände aufeinander. An diesen Stellen kondensiert Wasser, und Schimmel findet ideale Bedingungen. Deshalb gehört eine feste Lüftungsroutine unbedingt dazu, wenn du die Wohnung winterfest machen willst.
Wie oft solltest du im Winter lüften?
Im Winter lüftest du am besten mehrmals täglich stoßweise für fünf bis zehn Minuten. Öffne dafür das Fenster ganz und drehe die Heizung währenddessen ab. Dauerhaft gekippte Fenster solltest du vermeiden, denn sie kühlen die Laibung aus, verschwenden Heizenergie und fördern laut Umweltbundesamt sogar Schimmel.
Lüfte zusätzlich immer dann, wenn viel Wasserdampf entsteht. Das betrifft vor allem drei Situationen:
- nach dem Duschen oder Baden
- beim und nach dem Kochen
- morgens im Schlafzimmer und beim Wäschetrocknen in der Wohnung
Ein Hygrometer zeigt dir, ob deine Routine funktioniert. In schlecht gedämmten Wohnungen sollte die Luftfeuchtigkeit im Winter möglichst unter 50 Prozent bleiben. Weitere Hintergründe zu Ursachen und Vorbeugung erklärt das Umweltbundesamt auf seiner Themenseite zu Schimmel.
Möbel und Wäsche richtig platzieren
Große Schränke und Sofas an Außenwänden verhindern, dass warme Luft zirkuliert. Rücke sie deshalb einige Zentimeter von der Wand ab. Prüfe dabei auch gleich, ob sich hinter den Möbeln bereits dunkle Flecken gebildet haben.
Wäsche erzeugt beim Trocknen viel Feuchtigkeit. Wie du sie im Winter trocknest, ohne die Raumluft zu belasten, liest du in unserem Ratgeber Wäsche trocknen im Winter. Hat sich im Bad schon etwas gebildet, hilft dir unsere Anleitung, um Schimmel im Bad zu entfernen.
Profi-Tipp: Stell das Hygrometer nicht direkt ans Fenster oder an die Heizung, sondern auf Brusthöhe an eine Innenwand. Nur dort zeigt es dir realistische Werte für den ganzen Raum.
Balkon und Terrasse winterfest machen
Wer die Wohnung winterfest machen will, darf den Balkon nicht vergessen. Frost, Schnee und Dauerregen setzen Pflanzen, Möbeln und Textilien zu. Wer hier rechtzeitig aufräumt, startet im Frühjahr ohne böse Überraschungen.
- Frostempfindliche Kübelpflanzen an einen hellen, kühlen Ort im Haus holen
- Robuste Pflanzen eng zusammenstellen und die Töpfe mit Vlies oder Jute umwickeln
- Polster, Kissen und Sonnenschirm trocken im Keller oder Abstellraum lagern
- Möbel reinigen, trocknen lassen und mit einer atmungsaktiven Hülle abdecken
- Den Bodenablauf von Laub befreien, damit Schmelzwasser abfließen kann
Achte auch auf Tontöpfe, die im Freien bleiben. Saugt sich der Ton mit Wasser voll und gefriert, kann er platzen. Stell solche Gefäße deshalb auf Füße oder Holzlatten, damit Wasser unten ablaufen kann.

Wasserleitungen vor Frost schützen
Eingefrorene Leitungen gehören zu den teuersten Winterschäden. Gefriert Wasser im Rohr, dehnt es sich aus und kann die Leitung sprengen. Willst du deine Wohnung winterfest machen, gehört dieser Punkt deshalb ganz nach oben.
Was hilft gegen eingefrorene Wasserleitungen?
Das wirksamste Mittel gegen eingefrorene Leitungen ist Wärme. Heize deshalb alle Räume, durch die Wasserrohre laufen, auch das selten genutzte Gästezimmer oder den Abstellraum. Außenleitungen entleerst du rechtzeitig vor dem ersten Frost, sperrst die Außenhähne ab und dämmst frei liegende Rohre.
Der Gesamtverband der Versicherer weist auf ein verbreitetes Missverständnis hin: Die Frostschutzstellung am Thermostat schützt nur den Heizkörper selbst, nicht die Leitungen im Raum. Drehe ein Ventil bei Dauerfrost deshalb nie ganz zu. Besonders gefährdet sind laut Versicherern Keller, Gästetoiletten und Räume mit undichten Fenstern.
So entleerst du den Außenwasserhahn
Für den Außenhahn auf Balkon oder Terrasse gibt es meist ein eigenes Absperrventil im Innenbereich. So gehst du vor:
- Absperrventil der Außenleitung im Keller oder Hauswirtschaftsraum schließen
- Außenhahn öffnen und das Restwasser vollständig auslaufen lassen
- Entleerungsschraube am Ventil öffnen, falls vorhanden
- Gartenschlauch abschrauben, entleeren und frostfrei lagern
- Außenhahn offen lassen, damit sich kein Restwasser staut
Bewässerungscomputer und Steuerungen solltest du laut Versicherern abbauen, sobald die Temperaturen unter 7 Grad fallen. Frost kann die Elektronik beschädigen, und die Herstellergarantie greift dann oft nicht mehr.
Sicherheit und Gemütlichkeit in der dunklen Jahreszeit
Wer die Wohnung winterfest machen will, denkt auch an die Sicherheit. Teste deine Rauchmelder per Prüfknopf, denn in der Adventszeit brennen mehr Kerzen als im Rest des Jahres. Stell Kerzen nur auf feuerfeste Unterlagen und lass sie nie unbeaufsichtigt brennen.
Die früh einsetzende Dunkelheit erhöht zudem die Sturzgefahr. Prüfe die Beleuchtung im Flur, am Eingang und auf dem Weg zum Keller. Wer für den Gehweg zuständig ist, legt Streugut und eine Schneeschaufel bereit, bevor der erste Schnee fällt.
Für ein behagliches Gefühl musst du die Heizung nicht höher drehen. Teppiche dämmen kalte Böden, schwere Vorhänge halten abends Wärme im Raum, und eine Wolldecke auf dem Sofa ersetzt oft ein ganzes Grad Raumtemperatur. Achte nur darauf, dass Vorhänge die Heizkörper nicht verdecken.
Wann solltest du die Wohnung winterfest machen?
Willst du deine Wohnung winterfest machen, gibt dir das Wetter den Zeitpunkt vor: Spätestens wenn die Nächte regelmäßig unter fünf Grad fallen, sollte die Checkliste erledigt sein. Ideal ist ein trockener Tag im Oktober, an dem du draußen noch bequem arbeiten kannst. Die Außenleitungen haben dabei Vorrang, weil schon ein einzelner Frosttag sie beschädigen kann.
Im Frühjahr drehst du die Reihenfolge einfach um. Dann holst du Polster und Pflanzen zurück auf den Balkon und öffnest die Außenleitung wieder. So wird das Wohnung winterfest machen zu einer festen Routine, die jedes Jahr nur noch wenig Zeit kostet.
Häufige Fragen zum Thema Wohnung winterfest machen
Was gehört alles dazu, wenn ich die Wohnung winterfest machen will?
Wer die Wohnung winterfest machen will, prüft Fenster- und Türdichtungen, entlüftet die Heizkörper, legt eine Lüftungsroutine fest und räumt den Balkon. Außerdem solltest du Außenwasserhähne entleeren, Rollläden testen und Rauchmelder prüfen.
Wie lange sollte ich im Winter lüften?
Im Winter reichen fünf bis zehn Minuten Stoßlüften mehrmals am Tag. Öffne das Fenster dabei ganz und drehe die Heizung währenddessen ab.
Reicht die Frostschutzstellung am Thermostat aus?
Nein, die Frostschutzstellung schützt nur den Heizkörper selbst. Leitungen im Raum können trotzdem einfrieren, deshalb solltest du Räume mit Wasserrohren bei Dauerfrost weiter leicht beheizen.
Welche Luftfeuchtigkeit ist im Winter ideal?
In schlecht gedämmten Wohnungen sollte die Luftfeuchtigkeit im Winter möglichst unter 50 Prozent liegen. Ein Hygrometer an einer Innenwand zeigt dir, ob dein Lüftungsverhalten ausreicht.
Wann muss der Außenwasserhahn abgestellt werden?
Den Außenwasserhahn stellst du ab, bevor der erste Frost kommt, idealerweise im Oktober. Schließe das innere Absperrventil, lass das Restwasser ablaufen und lass den Hahn danach offen.
