Waschmaschine reinigen ist fällig, sobald die frische Wäsche muffig riecht oder sich schwarze Punkte in der Gummidichtung zeigen. Schuld ist meist ein Biofilm aus Waschmittelresten, Hautschuppen und Bakterien, der sich bei vielen Wäschen mit niedriger Temperatur bildet. Mit fünf Schritten und etwa einer Stunde Zeit bekommst du das Gerät wieder hygienisch sauber.
Du brauchst dafür keine Spezialprodukte. Ein Vollwaschmittel in Pulverform, ein Tuch, eine alte Zahnbürste und etwas Spülmittel reichen für die Grundreinigung. Wie oft du nachlegen solltest und welche Hausmittel der Maschine schaden, liest du weiter unten.
Warum stinkt die Waschmaschine?
Eine Waschmaschine stinkt, wenn sich in Dichtung, Einspülschublade und Laugenbehälter ein Biofilm aus Bakterien und Pilzen bildet. Häufiges Waschen bei 20 bis 40 Grad, Flüssigwaschmittel ohne Bleiche, Weichspüler und eine dauerhaft geschlossene, feuchte Trommel fördern das Wachstum. Der Geruch überträgt sich dann auf die Wäsche.
Gerade sparsame Waschgewohnheiten tragen dazu bei. Niedrige Temperaturen sparen Energie und schonen die Textilien, töten aber weniger Keime ab. Flüssigwaschmittel enthält laut Verbraucherzentrale meist kein Bleichmittel, das den Belag abbauen könnte. Wer seine Waschmaschine reinigen will, setzt deshalb genau an diesen Stellen an.
Typische Warnzeichen sind:
- muffiger oder fauliger Geruch aus der Trommel
- schwarze oder graue Punkte in den Falten der Türdichtung
- schmierige, dunkle Ablagerungen in der Einspülschublade
- Wäsche, die nach dem Trocknen nicht frisch riecht
- graue Flocken oder Rückstände auf dunkler Kleidung
Was brauchst du, um die Waschmaschine zu reinigen?
Zum Waschmaschine reinigen brauchst du ein Vollwaschmittel in Pulverform, warmes Wasser, etwas Spülmittel, ein Mikrofasertuch, eine alte Zahnbürste, eine flache Schale und ein paar alte Handtücher. Für verkalkte Geräte kommt Zitronensäure hinzu. Spezielle Maschinenreiniger oder Hygienespüler sind nicht nötig.
Plane etwa 20 Minuten Handarbeit ein. Dazu kommt die Laufzeit des leeren Waschgangs, die je nach Programm zwischen einer und zwei Stunden liegt.

Waschmaschine reinigen in 5 Schritten
Arbeite dich von außen nach innen vor. So entfernst du zuerst lose Schmutzquellen und lässt danach den heißen Waschgang die Reste aus dem Inneren spülen. Ziehe für die Handarbeit an Schublade, Dichtung und Sieb vorher den Netzstecker.
Schritt 1: Einspülschublade säubern
Ziehe die Schublade bis zum Anschlag heraus und drücke auf die kleine Lasche, meist im Weichspülerfach, um sie komplett zu entnehmen. Spüle sie unter warmem Wasser aus und schrubbe die Ecken mit der Zahnbürste. Vergiss den Schacht dahinter nicht, denn dort sitzt oft der hartnäckigste Belag.
Sichtbaren Schimmel entfernst du laut Verbraucherzentrale mit einem Allzweckreiniger. Lass die Schublade vollständig trocknen, bevor du sie wieder einsetzt.
Schritt 2: Türdichtung auswischen
Klappe die Gummimanschette vorsichtig um und wische alle Falten mit einem Tuch und Spülmittelwasser aus. Dabei findest du oft Haare, Flusen, Münzen oder Haarnadeln. Trockne die Dichtung danach gründlich ab.
Schwarze Punkte, die sich nicht abwischen lassen, sind oft Schimmel, der bereits ins Gummi eingewachsen ist. Ist die Manschette stark befallen oder porös, lohnt sich ein Austausch durch den Kundendienst.
Schritt 3: Flusensieb reinigen
Das Flusensieb sitzt meist unten rechts hinter einer kleinen Klappe. Warte nach einer heißen Wäsche, bis das Wasser abgekühlt ist. Lege Handtücher aus, stelle die flache Schale darunter und lass über den Notablaufschlauch das Restwasser ab.
Drehe das Sieb langsam heraus, spüle es unter fließendem Wasser und entferne Fusseln aus der Öffnung. Setze es anschließend fest wieder ein, damit nichts ausläuft. Manche Geräte haben kein Sieb, das verrät dir die Bedienungsanleitung.
Schritt 4: Leeren Waschgang bei 60 Grad starten
Gib Vollwaschmittel in Pulverform in das Hauptwaschfach und starte ein Programm bei 60 Grad ohne Wäsche. Das enthaltene Sauerstoffbleichmittel baut den Biofilm in Trommel, Laugenbehälter und Schläuchen ab. Flüssigwaschmittel und Colorwaschmittel eignen sich dafür nicht, weil ihnen die Bleiche fehlt.
Erlaubt die Bedienungsanleitung ein Programm mit höherer Temperatur, kannst du es bei starkem Geruch einmalig nutzen. Halte dich bei der Dosierung an die Angabe für normale Verschmutzung.
Schritt 5: Außenflächen, Glas und Ablauf
Wische zum Schluss Bedienfeld, Gehäuse, Bullauge und Türrahmen mit einem feuchten Mikrofasertuch ab. Prüfe auch den Ablaufschlauch auf Knicke. Wie du die Tücher danach selbst hygienisch pflegst, steht im Beitrag Mikrofasertücher waschen.
Profi-Tipp: Lass Tür und Einspülschublade nach jedem Waschgang einen Spalt offen, bis alles trocken ist. Das ist die einfachste und wirksamste Vorbeugung gegen neuen Biofilm.
Waschmaschine reinigen mit Hausmitteln: Was hilft, was schadet?
Nicht jedes Hausmittel tut deinem Gerät gut. Wenn du die Waschmaschine reinigen willst, prüfe vorher, ob ein Mittel gegen Gerüche, gegen Kalk oder gegen beides wirkt. Und vergleiche die Angaben mit der Bedienungsanleitung deines Herstellers.
Natron gegen Gerüche
Die Verbraucherzentrale nennt eine einfache Mischung: 50 Gramm Natron und ein Esslöffel Sauerstoffbleiche ins Hauptwaschfach, dann ein leerer Waschgang bei 40 Grad. Reinige danach die Schublade gründlich. Gegen Kalk wirkt Natron allerdings nicht. Weitere Einsatzbereiche findest du im Ratgeber zu Natron im Haushalt.
Zitronensäure gegen Kalk
Bei hartem Wasser lagert sich Kalk am Heizstab ab. Löse dafür rund 120 Gramm Zitronensäurepulver in einem halben Liter Wasser, gib die Lösung direkt in die Trommel und starte ein 60-Grad-Programm ohne Vorwäsche. Wie du die Säure richtig dosierst, erklärt der Beitrag Zitronensäure gegen Kalk.
Essig: lieber nicht
Essig kann laut Verbraucherzentrale die Gummidichtungen angreifen. Verzichte deshalb darauf, auch wenn er in vielen Foren als Wundermittel gilt. Warum Essig nicht überall hingehört, liest du ausführlich unter Essig als Reiniger.
Hygienespüler und Duftzusätze
Hygienespüler sind für den normalen Haushalt überflüssig. Sie belasten das Abwasser mit Desinfektionsmitteln und können Allergien oder Hautreizungen auslösen. Auch Weichspüler und Wäscheduft verbessern die Hygiene nicht, sondern bringen zusätzliche Duftstoffe ins Wasser.

Wie oft solltest du die Waschmaschine reinigen?
Eine gründliche Reinigung mit allen fünf Schritten genügt in den meisten Haushalten alle drei bis sechs Monate. Den leeren oder vollen 60-Grad-Waschgang mit Pulverwaschmittel solltest du dagegen etwa einmal im Monat einplanen. Das Flusensieb prüfst du je nach Nutzung alle paar Wochen.
Diese Abstände haben sich bewährt:
- nach jedem Waschgang: Tür und Schublade offen lassen, Dichtung trocken wischen
- einmal im Monat: Weißwäsche oder Leerlauf bei 60 Grad mit Vollwaschmittel in Pulverform
- alle ein bis drei Monate: Flusensieb und Einspülschublade reinigen
- alle drei bis sechs Monate: komplette Grundreinigung in fünf Schritten
- bei hartem Wasser: Entkalken nach Herstellerangabe
Wäschst du viel bei niedrigen Temperaturen, hast Haustiere oder kleine Kinder, verkürzt du die Abstände. Trag dir die Termine am besten in deinen Putzplan ein, dann vergisst du sie nicht.
So bleibt die Waschmaschine länger sauber
Mit ein paar Gewohnheiten musst du die Waschmaschine reinigen seltener, und der Aufwand pro Durchgang sinkt. Die wichtigsten Regeln sind schnell umgesetzt.
- Nimm nasse Wäsche direkt nach Programmende heraus.
- Dosiere Waschmittel nach Wasserhärte und Verschmutzung. Zu viel Mittel bleibt als Schmiere zurück.
- Verzichte auf Weichspüler, er fördert Ablagerungen.
- Leere vor dem Waschen alle Taschen, damit keine Taschentücher oder Münzen im Sieb landen.
- Nutze für Weißes ein Vollwaschmittel in Pulverform, denn seine Bleiche hält die Maschine sauber.
Das Umweltbundesamt rät ebenfalls, die Maschine einmal im Monat bei 60 Grad laufen zu lassen und die Tür nach dem Waschen offen zu lassen. So kombinierst du energiesparendes Waschen mit Hygiene.
Typische Fehler beim Waschmaschine reinigen
Viele Probleme entstehen nicht durch fehlende Pflege, sondern durch gut gemeinte, aber falsche Maßnahmen. Diese Fehler solltest du kennen, bevor du loslegst.
- Zu viel Reiniger: Große Mengen Pulver oder Spezialmittel schäumen stark und bleiben als Rückstand im Laugenbehälter.
- Chlorreiniger in der Trommel: Aggressive Mittel greifen Dichtungen und Schläuche an. Mische sie nie mit Säuren wie Zitronensäure oder Essig.
- Flusensieb ohne Vorbereitung öffnen: Ohne Schale und Handtücher läuft schnell ein halber Eimer Wasser über den Boden.
- Tür sofort schließen: Wer die Maschine nach dem Leerlauf direkt zumacht, schafft wieder ein feuchtes Klima für Keime.
- Kalk und Geruch verwechseln: Zitronensäure entkalkt, beseitigt aber keinen Biofilm. Gegen Gerüche hilft die Bleiche im Pulverwaschmittel.
Wenn du unsicher bist, schau in die Bedienungsanleitung. Viele Hersteller nennen dort ein eigenes Pflegeprogramm, oft unter Bezeichnungen wie Trommelreinigung, und geben Temperatur und Mittel vor.
Toplader, Waschtrockner und ältere Geräte
Bei einem Toplader liegt die Trommel quer, die Klappen sitzen oben. Die Einspülschublade befindet sich meist im Deckel, das Flusensieb hinter einer Blende an der Front oder Seite. Reinige die Trommelklappen vorsichtig, denn in ihren Scharnieren sammeln sich Flusen und Waschmittelreste.
Ein Waschtrockner braucht zusätzlich Pflege für den Trocknerteil. Prüfe die Flusensiebe des Trockenkreislaufs nach Herstellerangabe, sonst steigen Laufzeit und Stromverbrauch. Auch hier gilt: Tür nach dem Trocknen kurz offen lassen, damit Restfeuchte entweichen kann.
Bei älteren Geräten lohnt der Blick auf die Schläuche. Sind sie spröde, rissig oder verfärbt, tauscht du sie aus, bevor ein Wasserschaden entsteht. Wer seine Waschmaschine reinigen und dabei solche Mängel früh entdecken will, sollte die Rückseite einmal im Jahr kontrollieren.
Fazit: Waschmaschine reinigen lohnt sich
Regelmäßig die Waschmaschine reinigen schützt deine Wäsche vor muffigem Geruch und verlängert die Lebensdauer des Geräts. Die fünf Schritte kosten dich weniger als eine halbe Stunde Handarbeit. Mit offener Tür, Pulverwaschmittel und einem monatlichen 60-Grad-Lauf bleibt die Maschine dauerhaft frisch.
Häufige Fragen zum Waschmaschine reinigen
Womit kann ich die Waschmaschine reinigen, wenn sie stinkt?
Starte einen leeren Waschgang bei 60 Grad mit Vollwaschmittel in Pulverform, denn dessen Sauerstoffbleiche baut den Biofilm ab. Reinige zusätzlich Dichtung, Einspülschublade und Flusensieb von Hand.
Darf ich Essig in die Waschmaschine geben?
Besser nicht, denn Essig kann laut Verbraucherzentrale die Gummidichtungen angreifen. Gegen Kalk nimmst du Zitronensäure, gegen Gerüche Pulverwaschmittel oder Natron mit Sauerstoffbleiche.
Wie oft sollte ich das Flusensieb reinigen?
Je nach Nutzung reicht es meist alle ein bis drei Monate. Läuft das Wasser schlecht ab oder hörst du ungewöhnliche Geräusche beim Abpumpen, prüfst du es sofort.
Sind Hygienespüler sinnvoll?
Für den normalen Haushalt nicht. Sie belasten das Abwasser mit Desinfektionsmitteln und können die Haut reizen, während ein 60-Grad-Waschgang mit Pulverwaschmittel ausreicht.
Was tun gegen schwarze Punkte in der Dichtung?
Wische die Falten mit Spülmittelwasser oder Allzweckreiniger aus und lass die Tür danach offen. Sitzt der Schimmel fest im Gummi, hilft auf Dauer nur der Austausch der Manschette.
