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Fugen reinigen: 4 Methoden, mit denen sie wieder hell werden

Graue Fugen im Bad oder in der Küche? Mit Bürste, Natronpaste und Dampf werden sie wieder hell. Hier erfährst du, welche Mittel du meiden solltest.

Dampfreiniger reinigt eine geflieste Wand im Bad
Foto: Aurum Gebäudereinigung Kassel / Unsplash

Fugen reinigen gelingt am besten mit einer schmalen Bürste, warmem Wasser und einem milden Reiniger, bei stärkeren Ablagerungen mit einer Natronpaste oder einem Dampfreiniger. Wichtig ist, das Material zu kennen: Klassische Zementfugen vertragen keine Säure, Silikonfugen keine scharfen Scheuermittel. Schwarze Flecken, die sich nicht wegbürsten lassen, sind oft Schimmel und brauchen eine eigene Behandlung.

In diesem Ratgeber erfährst du, warum helle Fugen grau werden, welche Methode zu welcher Verschmutzung passt und welche Hausmittel du besser im Schrank lässt. Außerdem zeigen wir dir, wie du die Fugen nach dem Putzen schützt, damit sie länger sauber bleiben.

Warum werden Fugen überhaupt schmutzig?

Fliesen sind glatt und glasiert, die Fugen dazwischen aber nicht. Klassische Zementfugen bestehen aus einem mineralischen Mörtel mit feinen Poren. In diese Poren dringen Wasser, Seifenreste, Hautfett, Kalk und Staub ein und setzen sich dort fest.

Im Bad kommt die Feuchtigkeit dazu. Wo nach dem Duschen Wasser stehen bleibt, bildet sich ein Belag aus Kalk und Seife, der Schmutz bindet. In der Küche sind es Fettspritzer und Kochdunst, die sich mit Staub zu einem grauen Film verbinden. Auf dem Boden reiben Schuhe den Schmutz zusätzlich tief in die Oberfläche ein.

Welche Fugenarten gibt es?

Bevor du Fugen reinigen kannst, solltest du wissen, womit du es zu tun hast. Die Art der Fuge bestimmt, welche Mittel erlaubt sind.

  • Zementfugen: der Standard bei Wand- und Bodenfliesen, porös, empfindlich gegenüber Säure.
  • Epoxidharzfugen: dicht und widerstandsfähig, häufig in Duschen und Profiküchen, vertragen auch saure Reiniger besser.
  • Silikonfugen: elastische Fugen in Ecken, an der Wanne und am Waschbecken, empfindlich gegenüber scharfen Scheuermitteln und harten Bürsten.

Ob eine Fuge aus Zement oder Epoxidharz besteht, erkennst du oft an der Oberfläche. Zementfugen wirken matt und leicht rau, Epoxidharzfugen eher glatt und leicht glänzend. Im Zweifel behandelst du alle Fugen wie Zementfugen, das ist die sichere Variante.

Welches Werkzeug brauchst du?

Gutes Werkzeug spart Kraft und Zeit. Für die meisten Haushalte reicht eine kleine Grundausstattung, die du ohnehin oft im Schrank hast.

  • Fugenbürste mit schmalem, festem Borstenkopf oder eine ausgediente Zahnbürste für kleine Flächen.
  • Ein Eimer mit warmem Wasser und ein saugfähiges Tuch zum Nachwischen.
  • Haushaltshandschuhe, damit Reiniger und Natron die Haut nicht austrocknen.
  • Optional ein Dampfreiniger mit Punktstrahldüse für große Flächen und Bodenfliesen.

Verzichte auf Drahtbürsten und Stahlwolle. Sie kratzen nicht nur den Mörtel auf, sondern können auch die Glasur der Fliesen beschädigen.

Fugen reinigen mit Hausmitteln: Was wirklich hilft

Für die regelmäßige Pflege brauchst du kaum mehr als warmes Wasser, eine Bürste und etwas Allzweckreiniger oder Spülmittel. Bei stärkeren Verfärbungen helfen Hausmittel, die mechanisch oder leicht alkalisch wirken. So kannst du Fugen reinigen, ohne das Material anzugreifen.

Bürste und Spülmittel

Für leichte Verschmutzungen genügt eine Fugenbürste oder eine alte Zahnbürste. Gib ein paar Tropfen Spülmittel in warmes Wasser, tauche die Bürste ein und schrubbe mit kurzen Bewegungen entlang der Fuge. Danach mit klarem Wasser nachwischen.

Natronpaste

Natron wirkt leicht alkalisch und durch seine feinen Kristalle sanft schmirgelnd. Das macht es zum Klassiker, wenn du Fugen reinigen möchtest, die grau geworden sind. So gehst du vor:

  1. Drei Esslöffel Natron mit einem Esslöffel Wasser zu einer streichfähigen Paste verrühren.
  2. Die Paste mit einem Finger oder einer Bürste auf die Fugen auftragen.
  3. Etwa 15 bis 30 Minuten einwirken lassen.
  4. Mit der Bürste kräftig ausschrubben.
  5. Gründlich mit klarem Wasser nachspülen und trocken wischen.

Welche anderen Aufgaben Natron im Haushalt übernimmt, liest du in unserem Ratgeber Natron im Haushalt.

Fugen reinigen mit einer schmalen Bürste und Natronpaste auf weißen Fliesen
Foto: Luigy Ghost / Unsplash

Dampfreiniger

Ein Dampfreiniger mit schmaler Punktstrahldüse löst Schmutz aus den Poren, ganz ohne Chemie. Die Hitze weicht Fett und Seifenreste auf, die du danach mit einem Tuch abwischst. Bei Silikonfugen hältst du Abstand und bleibst nicht lange auf einer Stelle, damit das Material nicht leidet.

Warum sind Essig und Zitronensäure für Zementfugen riskant?

Zementmörtel ist alkalisch, Säuren lösen sein Bindemittel an. Essig oder Zitronensäure entfernen zwar Kalk, waschen aber bei regelmäßigem Einsatz auch den Fugenmörtel aus. Die Fugen werden rau, poröser und verschmutzen danach noch schneller. Für Naturstein wie Marmor ist Säure ganz tabu.

Das Umweltbundesamt warnt zudem, dass Essigessenz ätzend ist und Armaturen sowie verchromte Teile schädigen kann. Mehr zu den Grenzen des Hausmittels findest du in unserem Artikel zu Essig als Reiniger.

Kalk auf den Fliesen selbst kannst du durchaus mit einem sauren Reiniger entfernen. Spüle dann aber gründlich mit Wasser nach, damit die Säure nicht in den Fugen stehen bleibt. Wenn du Fugen reinigen und gleichzeitig Kalk loswerden willst, behandle Fliesen und Fugen also getrennt. Wie du saure Mittel richtig dosierst, erklärt unser Ratgeber zu Zitronensäure gegen Kalk.

Fugen reinigen Schritt für Schritt

Damit die Grundreinigung gründlich und materialschonend ausfällt, hilft eine feste Reihenfolge. Plane für ein durchschnittliches Bad etwa eine Stunde ein.

  1. Gut lüften und Haushaltshandschuhe anziehen.
  2. Fliesen und Fugen mit warmem Wasser vornässen, damit grober Schmutz abgeht und der Mörtel nicht zu viel Reiniger aufsaugt.
  3. Das Reinigungsmittel oder die Natronpaste auf die Fugen auftragen und einwirken lassen.
  4. Mit der Fugenbürste in kurzen, kräftigen Bewegungen entlang der Fuge arbeiten.
  5. Alles gründlich mit klarem Wasser abspülen.
  6. Die Fläche mit einem saugfähigen Tuch trocken wischen.
  7. Die Fugen vollständig trocknen lassen, bevor du sie imprägnierst.

Am besten arbeitest du dich von oben nach unten vor. So läuft schmutziges Wasser über Flächen, die du ohnehin noch reinigst.

Frisch gereinigte helle Fliesenfugen in einem modernen Badezimmer
Foto: Mitchell Luo / Unsplash

Fugen reinigen in Küche und auf dem Boden

Nicht jede Fuge ist gleich verschmutzt. In der Küche dominiert Fett, auf dem Boden grober Straßenschmutz. Wenn du Fugen reinigen willst, passt du die Methode deshalb an den Raum an.

Küchenfugen: Fett zuerst lösen

Hinter dem Herd verbinden sich Fettspritzer mit Staub zu einem klebrigen Film. Spülmittel ist hier der beste Helfer, weil es Fett gezielt löst. Trage eine Mischung aus warmem Wasser und einem kräftigen Schuss Spülmittel auf, lass sie einige Minuten einwirken und bürste dann nach. Erst danach lohnt sich bei Bedarf eine Natronpaste gegen Verfärbungen.

Bodenfugen: Schmutz nicht einreiben

Bodenfugen liegen tiefer als die Fliesen und sammeln den Schmutz, den der Wischmopp nur verteilt. Sauge den Boden vor dem Wischen gründlich, damit Sand und Krümel nicht in die Fugen gedrückt werden. Für die Grundreinigung arbeitest du am besten kniend mit Bürste und Eimer oder nutzt einen Dampfreiniger mit Bodendüse.

Wechsle das Wischwasser regelmäßig. Wer Fugen reinigen will und dabei mit grauem Wasser arbeitet, verteilt den Schmutz nur von einer Fuge in die nächste.

Dampfreiniger löst Schmutz aus den Fugen von Küchenbodenfliesen
Foto: Steven Ungermann / Unsplash

Was tun bei schwarzen Fugen und Schimmel?

Schwarze Punkte, die sich nicht wegbürsten lassen, sind meist Schimmel. Kleine, oberflächliche Stellen bis etwa einen halben Quadratmeter kannst du laut Verbraucherzentrale selbst entfernen, etwa mit 70- bis 80-prozentigem Ethylalkohol. Bei größerem Befall, Feuchteschäden oder Vorerkrankungen gehört die Sanierung in die Hände von Fachleuten.

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass beim Umgang mit hochprozentigem Alkohol Explosionsgefahr besteht. Lüfte deshalb gut, rauche nicht und halte offenes Feuer fern. Trage Handschuhe, eine Schutzbrille und eine Maske mit Feinstaubfilter. Auch das Gesundheitsamt Bremen empfiehlt, nur wenig Alkohol zu verwenden und bei geöffnetem Fenster zu arbeiten.

Bei Silikonfugen sitzt der Schimmel oft tief im Material. Laut Verbraucherzentrale müssen befallene Silikonfugen erneuert werden, und zwar am besten von einer Fachfirma, weil eine undichte neue Fuge weitere Schäden verursachen kann. Ausführliche Tipps findest du in unserem Ratgeber Schimmel im Bad entfernen.

Sind Chlorreiniger eine gute Idee?

Chlorhaltige Mittel bleichen Verfärbungen zwar schnell, sie belasten aber Gesundheit und Umwelt. Das Umweltbundesamt rät, chlorhaltige Sanitärreiniger zu meiden. Mische Chlorreiniger nie mit sauren Mitteln wie Essig oder Entkalker, denn dabei kann giftiges Chlorgas entstehen.

Fugen schützen: So bleiben sie länger hell

Wer regelmäßig vorbeugt, muss seltener gründlich Fugen reinigen. Die wichtigste Maßnahme ist simpel: Wasser darf nicht stehen bleiben. Zieh Duschwände und Fliesen nach dem Duschen mit einem Abzieher ab und lüfte das Bad gründlich.

  • Imprägnierung: Eine Fugenimprägnierung macht Zementfugen wasser- und schmutzabweisend. Trage sie auf vollständig trockene, saubere Fugen auf und erneuere sie je nach Herstellerangabe, im Bad meist einmal im Jahr.
  • Wöchentliche Pflege: Fugen beim normalen Badputz kurz mit der Bürste abfahren, statt sie monatelang zu ignorieren.
  • Lüften: Nach dem Duschen Fenster öffnen oder den Lüfter laufen lassen, damit die Feuchtigkeit abzieht.
  • Fugenstift: Kleine optische Mängel lassen sich mit einem Fugenstift kaschieren, der eigentliche Schmutz bleibt aber darunter.

Profi-Tipp: Teste jedes neue Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle, etwa hinter der Toilette oder unter dem Waschbecken. So siehst du, ob Fuge und Fliese es vertragen, bevor du die ganze Wand behandelst.

Wann Fugen reinigen nicht mehr reicht

Manchmal hilft auch die beste Bürste nicht mehr weiter. Bröselt der Mörtel, sind Risse sichtbar oder bleiben die Fugen trotz mehrfacher Reinigung dunkel, ist eine Erneuerung die bessere Lösung. Das gilt auch, wenn Feuchtigkeit hinter die Fliesen gelangt.

Zementfugen kannst du mit einem Fugenkratzer teilweise auskratzen und neu verfugen. Bei Silikonfugen schneidest du das alte Material vollständig heraus, reinigst die Kanten und ziehst eine neue Fuge. Steckt das Problem tiefer, etwa durch dauerhaft feuchte Wände, solltest du die Ursache von Fachleuten klären lassen.

Häufige Fragen zum Fugen reinigen

Womit kann man Fugen am besten reinigen?

Für leichte Verschmutzungen genügen eine Fugenbürste, warmes Wasser und etwas Spülmittel. Bei grauen Fugen hilft eine Paste aus Natron und Wasser, die du einwirken lässt und dann ausbürstest.

Darf man Fugen mit Essig reinigen?

Bei Zementfugen solltest du auf Essig verzichten, weil die Säure das Bindemittel im Mörtel angreift. Epoxidharzfugen sind unempfindlicher, trotzdem spülst du nach jeder Säureanwendung gründlich nach.

Wie bekomme ich schwarze Fugen wieder weiß?

Ist die Verfärbung Schmutz, hilft eine Natronpaste oder ein Dampfreiniger. Handelt es sich um Schimmel, behandelst du kleine Stellen mit 70- bis 80-prozentigem Alkohol, befallene Silikonfugen lässt du erneuern.

Wie oft sollte man Fugen reinigen?

Im Bad lohnt es sich, Fugen bei der wöchentlichen Reinigung kurz mit der Bürste abzufahren. Eine Grundreinigung mit Natronpaste oder Dampf reicht meist alle paar Monate.

Was hilft gegen Schimmel in Silikonfugen?

Schimmel in Silikonfugen sitzt oft tief im Material und lässt sich kaum dauerhaft entfernen. Laut Verbraucherzentrale sollten befallene Silikonfugen erneuert werden, am besten von einer Fachfirma.

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